Die große Celler d´Encastell – Vertikale (6) Roquers de Porrera 2002 bis 2004

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Celler de l´ Encastell; Roquers de Porrera; Priorat – Porrera; 2002 rot;

Tag 1: Wahnsinnsnasentier, man möchte den Wein mit der Nase aus dem Glas saugen, wandelbar, vielschichtig, üppig, trifft sich heute mit dem 1999er vom Typ her, startet aber deutlich offener als dieser. Kraft und Druck auch am Gaumen, kühl und komplex, vielleicht etwas dominierte Bitternoten a la Tapenade, gemahlenen Kaffeebohnen, starker Mokka, Grillkräuter und Bitterschokolade, dazu dunkle Frucht. Ein gänzlich anderer Charakter als der 2004er, aber sie begegnen sich auf Augenhöhe. 96+/100 Th. Großer Wein.
Der 2002er hat sich unglaublich gut entwickelt und straft den schwächsten Jahrgang der Dekade Lügen. Er startet gut durch.

Tag 2: Unverändert zum Vortag – ganz großes Kino für diesen eigentlich schwächeren Jahrgang. Eine animierende Nase, auch am Gaumen packend und mit Kraft und Komplexität, Fächert sich am Gaumen voll auf, eine schöne Palette von Aromen, er ist exotisch und würzig. Die Überraschung der Vertikale bislang. 96+/100 Th. Groß.

Tag 3: Auch der 2002er dreht erneut an den Stellschrauben. Was für eine geniale Nase, eine wahre „black bitch“, aber am Gaumen kommt zu dem Druck der Tage zuvor heute ein Plus an Eleganz und Tiefe. Das verblüfft noch mal und ich bin bereit diesen Wein heute zur Weltklasse zu zählen. Hier passt jetzt alles bis hin zum wunderbar langen Nachhall. Das hätte man in Porrera in diesem Jahr nicht erwartet! 97/100 Th.

Tag 4: Erstaunlich dieser Wein, der sich so wahnsinnig gut entwickelt hat, wie ich es vor Jahren noch nicht vermutet hätte. Heute mit dem letzten Glas ein in sich ruhender kleiner goldener Buddha, weise lächelnd. 97/100 Th.
Weltklasse.

VP: Leider eine voll korkige Flasche – o.W.
(jeweils 03/2012)

96+ Th.; 96+ Th.; 97 Th.; 97 Th = 96,5++/100 Th. = 97/100 – Weltklassewein.

Celler de l´ Encastell; Roquers de Porrera; Priorat – Porrera; 2003 rot;

Tag 1: Die Nase kommt und geht – vergleichbar mit den Wellen des Meeres, mal nimmt sie sich zurück, dann kommt wieder ein richtiger Schwall an Aromen, sehr würzig, Weihnachten mit Moschus auf kühlem (sic!) Schiefer… Dazu eine Schale dunkler Früchte von Brombeere bis Holunder. Am Gaumen ebenso erstaunlich kühl, noch präsentes Tannin, zu den dunklen Früchten kommt schwarze Tapenade, Mokka und geräucherte Garriguekräuter. Baut am Gaumen Druck auf und zeigt sich vielschichtig. Eigentlich besser als 94, aber noch keine 95 Punkte – mal sehen, wohin die Reise geht. 94-95+/100 Th.

Tag 1: Sehr dichte Nase, schwarze Kirschen, betörende Mineralik, viel Spaß im Glas. Am Gaumen erstaunlich sanft, gaumenauskleidend, schön gereift und perfekt zu trinken. Sehr harmonisch, nichts erinnert an diesen extrem heißen Sommer….. 93 VP

Tag 2: Die Nase heute weniger wabernd, fest und dunkel, am Gaumen anfänglich ein sehr mineralischer Eindruck, aber mit Luft im Glas kommt auch hier das Dunkle und Würzige wieder mehr durch. Sehr schön zu trinken, aber noch nicht das Wow! – Erlebnis der anderen Jahrgänge. Zur Größe fehlt mir noch etwas Druck und Vielschichtigkeit. 94/100 Th. Exzellenter Wein.

Tag 2: Erweist sich heute sehr vielschichtig, die Nase wandelt sich dauernd und auch am Gaumen immer wieder neue Eindrücke. Insgesamt sehr schön zu trinken. Geniale Würze, kann ich mir sehr gut zu ein paar Lammkotellets vom Grill vorstellen. 93 VP

Tag 3: Ja, da kommt noch mal was, Nase und Gaumen drehen heute auf, ein Spätstarter, der heute doch Größe zeigt. Tolle Harmonie und mehr Druck als gestern. Aber die anderen schlafen sicher auch nicht. 95+/100 Th.

Tag 4: Gewinnt heute noch mal an Kraft und Tiefe, zieht insgesamt heute mit dem 2006er qualitativ gleich. 96/100 Th. Erstaunlich, wie der 2003er über die Tage immer noch zulegt und aufholt.
(jeweils 03/2012)

94-95 Th.; 94 Th.; 95+ Th.; 96 Th. = 94,875+/100 Th.; 93 VP: 93 VP = 93/100 VP
= 93,9375+/100 = 94/100 – Exzellenter Wein.

Celler de l´ Encastell; Roquers de Porrera; Priorat – Porrera; 2004 rot;

Tag 1: anfangs fast etwas schüchtern, erscheint wie eine modernere und üppigere Version des 2000ers, dreht aber dann mit der Zeit völlig auf, wird dann zum verführerischen Nasentier und beeindruckt mit deutlich mehr Druck und Vielschichtigkeit als der 2000er, aber zeigt ähnliche Finessen wie dieser. Sollte noch über viele Reserven verfügen, das Tannin ist geschliffen, die Mineralik fein herausgearbeitet. Wunderbar, ganz groß. 96+/100 Th.

Tag1: Feinste Nase, was für ein Duft! Ganz feine Frucht, balsamische Noten, feine Mineralik, wandelt sich dauernd, was für eine Nase! Am Gaumen tänzelnd, viel Finesse, feine Frucht, vielschichtig, feiner Extrakt mit immer wieder aufblitzender Mineralik. Langer betörender Abgang. 95+ VP

Tag 2: Inzwischen ebenso ein tolles Nasentier, bestätigt den 1. Tag und legt noch ein Wenig zu. Betörende Nase, am Gaumen mischt sich die Komplexität des 2002ers mit der Finesse des 2000ers. Kratzt bereits an der Weltklasse. 96-97+/100 Th. Ganz großer Stoff.

Tag 2: Die Nase begeistert mich, sehr feine Würze und Mineralik, ein Schmeichler durch und durch.
Am Gaumen ein Feuerwerk an Aromen, dabei sehr fein, harmonisch und elegant. Langer Abgang.
Bestätigt sich heute mit 95+ VP – die 96 ist aber schon unmittelbar zu sehen.

Tag 3: Die Nase ist der pure Wahnsinn und am Gaumen geht er auch vollends durch die Decke, die Mineralik und am Gaumen heute eine Note nach feinsten Pralinen bei zugleich einem Raketen-Feuerwerk an Aromen, die verhalten süße Pralinennote kommt erst im Nachhall und bleibt dann endlos lang am Gaumen. Liegt es an der Kopplung mit dem tollen Essen (Pistazie war leider nicht bei…) oder bin ich jetzt einfach in einer zunehmend euphorischen Stimmung? Ich muss zum 2002er noch ein Pünktchen drauf addieren und gebe jetzt 98+/100 Th. für den dritten Tag zum Besten. Weltklasse.

Bei mir jetzt im Glas: Roquers de Porrera 2004 und der dreht heute, am 3. Abend nochmals richtig auf. Wa für eine betörende Nase, heute reichlich Lakritze und Tapenade an der Nase. Am Gaumen sehr elegant und harmonisch, Ecken und Kanten sind trotzdem reichlich vorhanden, auch die mineralische Note kommt nicht zu kurzmit, herrlicher Trinkfluss und sehr feine Länge. Da kann ich gar nicht anderst und ziehe 96 VP!

Tag 4: Welche Harmonie und Eleganz, gleichzeitig Kraft und Fülle, ein opulent-finessenreicher Gaumen. Klettert auf der Leiter auf satte 98/100 Th. Heute ganz souverän strahlend. Faszinierend.
(jeweils 03/2012)

96+ Th.; 96-97+ Th.; 98+ Th.; 98 Th. = 97,125+++/100 Th.; 95+ VP; 95-96 VP; 96 VP
= 95,5+/100 VP = 96,3125++++/100 = 96/100 – Großer Wein.

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