Weinrallye # 79 – Weintrinken an (wunder-)schönen Orten – Einmal ins Priorat und zurück

BY IN (M)eine Prioratgeschichte, Essen und Trinken hält Leib und Seele beisammen, Reisetagebuch eines genügsamen Genießers NO COMMENTS YET

10306559_10203304416353958_3723852408964874480_n So was Blödes aber auch… – da wird ein Weinrallyethema ausgerufen, welches mir wie auf den Leib geschneidert ist und dann schaffe ich es nicht, dabei zu sein – mit dem Schreiben am restriktiven Weinrallye-Freitag… Dafür schaffe ich es, mit zwei Dortmunder-Weinfreunden an diesem Tag dabei zu sein – mit dem Trinken wenigstens… Dass das klappt, ahnte, hoffte ich wenigstens, aber dass es so intentiv klappt, daran hätte ich in kühnsten Träumen nicht zu denken gewagt.

Schließlich ist es Ende Oktober als wir uns aufmachen ins Priorat. Meine beiden Dortmunder Weinfreunde Rolf und Reinhard haben mich schon oft in Bernburg und jetzt auch in Coswig besucht, gemeinsam haben wir schon etliches aus dem Priorat blind verkostet und bewertet, so viel, dass sich die Beiden nun „Dortmunder Oberprioratos“ nennen dürfen, auch ihre Weinkeller sind immer mehr geprägt von diesen Weinen ihrer Nunmehr-Lieblingsweinregion, beide waren immer schon begeisterte Leser meines Prioratführers und meiner Reisetagebücher „Einmal ins Priorat und zurück“ – und so beschlossen Sie natürlich: Das müsen wir auch mal machen…

Wir sind uns einig, es muß nicht jedesmal zeitaufwändig eingekehrt werden, die Tage sind schließlich nur noch kurzzeitig hell, wenn es das Wetter erlaubt, dann wird gepicknickt. Wein gehört dann natürlich dazu. Und genau da sind wir dann beim Thema der Weinrallye, zu der Initiator und Gastgeber Thomas Lippert aufgerufen hat…

Rolf erklärt sich bereit, als Reisefotograf tätig zu werden und natürlich gibt es dann auch diverse Picknickbilder…

Am 29.10. ist es allerdings noch zu schlechtes Wetter für Pickickfotos und auch der Platz nahe Nogent sur Seine ist nicht grade atemberaubend, auch den kurz zuvor bei Doquet Jeanmaire gekauften Champagner wollen wir jetzt nicht gleich aufreißen…

Aber schon einen Tag später, am Ufer der Dordogne kommen wir richtig in Picknickschwung. Das Wetter ist ideal, kurz zuvor haben wir  im wunderhübschen Martel

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einen „würdigen Picknickwein“  entdeckt… Wir sind nach der langen Strecke auf der mautfreien Autobahn A20 in so guter Stimmung, dass wir einen kleinen Abstecher ins Hinterland machen – schließlich ist der Weg das Ziel… Und beim Stadtrundgang durch den kleinen mittelalterlich geprägten Ort finden wir sogar einen Weinladen und da wir unweit des Weinbaugebietes Cahors sind, muss ein solcher her. Jung machen die ja wenig Freude, also greifen wir zu einem gereiften Exemplar:

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Die Verkäuferin lacht noch, als wir uns auf den nicht ganz billigen Wein einigen und sagen, das der fürs Picknick ist… Aber er wird uns zusammen mit regionalen Spezialitäten von der Ente am Dordogneufer richtig Spaß machen…

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 Die Sonne lacht uns zu und das Leben kann so schön sein…

Einen Tag später – am Tag der Weinrallye selber steuern wir einen der schönsten Picknickplätze in den spanischen Pyrenäen an, wir fahren gerade durch die gigantische Noguera Pallaresa, als es Zeit für das Mittagspicknick ist:

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Der Picknickplatz ist schnell gefunden, war ich doch hier schon mehrfach zum Klettern in diesen wunderschönen Felsen aus Kalksteinkonglomerat.

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Und da kommt sogar unser im Leben weit gereister Reinhard ins Schwärmen, an einem solchen Platz beste Pyrenäenkäse und dazu Vall Por 2004 von Sangenis I Vaque und L´Espill 2004 vom Celler Cecilio genießen dürfen, das hat etwas Magisches, Bezauberndes…

Wir trinken uns mit einigen schönen 2004ern aus meiner Prioratführerelektion in das Thema unserer Reise ein – und auch am folgenden Tag – schon im Zielgebiet, ist uns das Picknickglück hold. Wir drehen zum Eingewöhnen eine schöne Runde durch den Naturpark Montsant und nahe Margalef gibt es Clos Severí, Montsalvat und Coranya – jeweils aus 2004 – was für ein toller Moment, bei dem die Zeit einfach stehenbleibt. Genuss in Vollendung:

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Am Sonntag trinken wir auch an einem schönen Ort, okay – hier verkosten wir “ nur“, wir sind im Kloster Scala Dei zur Mostra de Vin Blanc… – das Ganze strahlt aber auch unwahrscheinlich viel Flair aus und da auch das ein wunderschöner Ort ist, kommt auch hiervon ein Foto:

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Am 03.11.2014 sind zwar Gewitter angesagt, wir können es aber dennoch nicht lassen und werden dafür wettertechnisch auch nicht abgestraft, sondern können in aller Ruhe Mas del Camperol 2004 und Prior Pons 2004 mit einem phantastischen Blick auf Porrera genießen.

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Leider wird es an den kommenden Tagen doch etwas herbstlicher und wir entschließen uns, die Gastronomie des Priorats unter die Lupe zu nehmen, was ja auch keine schlechte Idee ist. Dennoch kann so ein Weintrinken an wunderschönen Orten draußen süchtig machen und als es am 07.11 wieder richtig schön warm ist, kommt der Picknickplatz nahe Bellmunt del Priorat – oberhalb des Minenmuseums zur Ehre, so  dass wir Mas Sinén, Degustació N° 1 und Sine Nomine – alles ebenfalls wieder aus 2004 auf den dortigen Tisch stellen.

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Auf unserer Rückfahrt hatten wir dann am 11.11.2014 im französischen Jura noch einmal unerhört Glück mit dem Wetter. Unser Entschluß war also schnell gefasst, mit Butter, Wurst und Käse deckten wir uns in Granges sur Baume ein und den Wein holten wir bei Jean Macle in Château Chalon. Gepicknickt wurde am Aussichtspunkt in den Cirque de Ladoye mit Sachen, die allesamt (bis auf das Wasser) aus dem allernächsten Umkreis kamen…

Ein würdiger Abschluß unserer Reiseserie mit vielfachem Weintrinken an wunderschönen Orten. Verjagt hat uns dabei nirgendwo jemand, beneidet wohl schon mancher…

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Die Weinrallye ist ein Blogevent, welches einmal im Monat stattfindet, in der Regel am letzten Freitag des Monats. Der Gastgeber dieser Weinrallye, Thomas Lippert vom Winzerblog hat mir aber erlaubt, nachzuzügeln, obwohl die Rallye längst beendet ist.

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