Einmal ins Priorat und zurück 2023 – 20.04.2023 (3) – Teil 27

BY IN (M)eine Prioratgeschichte, Kein Wein, dennoch Vergnügen, Priorat - Tourismus, Reisetagebuch eines genügsamen Genießers NO COMMENTS YET , , ,

Ich wähle nun den Weg über die Passerelle – Brücke, von dieser aus kann ich das Atelier 4 gut studieren, es sieht schon recht anspruchsvoll, aber dennoch machbar aus. Aber ich habe ja leider nicht nur Fett verloren im letzten Jahr durch meine Krankheit, sondern auch meine ganzen Muskeln.

 

Auf der Passerelle, interessiert schaue ich auf den 4. Teil „La Tour“ (Vergrößern!)

 

Die Details von „La Tour“ von der Passerelle aus – hier der Einstieg.

 

Hier ein Abschnitt, wo man auf Reibung im Felsen treten muss und auf einigen Metern hat man kaum künstliche Griffe.

 

Blick nach oben…

 

Nun stehe ich auf der Brücke, schaue mir den Weg an und plötzlich recke ich den Stinkefinger gen Himmel und rufe laut: „Fick dich, du Scheiß-Krebs!!!“ Und dann gehe ich es an…

Dieser 4. Teil „La Tour“ ist der sportlich Anspruchsvollste des gesamten Klettersteiges. Es geht sehr vertikal nach oben, abwechselnd durch Abschnitte mit einigen, aber nie zu vielen U-Eisen und einigen Abschnitten gänzlich ohne, in der wir bereits im 4. französischen Grad oder auch im 5. klettern. Aber Griffe sind immer vorhanden und der Fels hat hier eine regelrecht geniale Haftreibung. Man muss sich nur trauen. Von der Schwierigkeitseinschätzung bin ich hier bei D (difficile = schwierig). Bei insgesamt 150 m Steiglänge haben wir 60 anspruchsvolle Höhenmeter zu überwinden.

 

Das Topo zu Atelier 4.

 

Ich stehe am Einstieg zu Atelier 4 – wohlan – auf geht´s!

 

Zwischendrin mal ein Blick nach unten.

 

Nach oben raus werden die künstlichen Griffe immer rarer.

 

Ich blicke von oben auf die Filet-Brücke, die das Atelier 5 beendet.

 

Oben kann man erneut wählen – Wanderweg oder tibetanische Drei-Seil-Brücke, diese dann schon über 30 m lang. Ich wähle natürlich die Brücke . Kurz hinter der Brücke ist dann der Steig zu Ende und ich muss auf dem Wanderweg nach unten bis zu der Stelle, wo ich bereits einmal war.

 

Ich darf zum Ende von Atelier 4 erst mal hier rüber.

 

Alle drei großen Brücken des Steiges im Blick.

 

Über die Tibet-Brücke bin ich gerade gegangen, ein Blick zurück.

 

Dieses Mal geht es nicht über die Passerelle, sondern nach links zum Atelier 5 „La Palombiére“. 130 m Klettersteiglänge mit 40+ Höhenmetern warten hier.

 

Topo zu Atelier 5.

 

Das beginnt zunächst wieder deutlich einfacher, oben kann man dann zwischen zwei Alternativen wählen, rechts ein kurzer knackiger Doppelüberhang, der nach D+ aussieht. Links die einfachere Variante (AD). Da ich alleine bin und ich mich doch schon recht gut verausgabt habe, will ich den Überhang nicht riskieren, obwohl er schon reizt. Aber ich bin schon sehr glücklich mit dem, was ich bis hierhin schon alles geschafft habe. Und Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut…

 

Leichtes spaßiges Steigen ist hier wieder angesagt.

 

Der Doppelüberhang, den ich ausgelassen habe. Vielleicht kehre ich ja irgendwann noch mal hier hin zurück.

 

Der leichte Weg nach oben.

 

Atelier 5 endet dann mit der von unten schon auffällig gewesenen ca. 40m langen Filet-Brücke. Man könnte dann noch einmal die Drei-Seil-Brücke nehmen, aber eigentlich reicht es dann nun auch. Ich nehme daher die Rückwegvariante ohne weitere Brücken und steige dieses Mal den Wanderweg ganz nach unten ab, was ca. 15 Minuten dauert.

 

Die letzte Aufgabe in diesem schönen Klettersteig ist diese 40m lange Filetbrücke über die Schlucht. Was für ein schönes Ende!

 

 

Insgesamt ist die Via Ferrata de Dordogne eine gute Halbtagesaktivität in schöner lieblicher waldreicher Flusstal – Landschaft. Das Auge hat von Anfang bis Ende viel Spaß, man hat viel Schatten durch den Wald und man hat immer Entscheidungsmöglichkeiten, wenn man etwas auslassen will.

Positiv finde ich außerdem, dass nicht zu viele U-Eisen verbaut sind, das direkte nötige Klettern im Felsen macht Spaß und setzt sogar Adrenalin frei. Daher vergebe ich für den Steig in seiner Gesamtheit auch 18,5/20 in meiner Genusswertung und dass, obwohl der Steig nicht all zu anstrengend ist. Es lohnt sich, wenn man in der Gegend unterwegs ist und bereichert die Reise. Der Steig ist auch für Anfänger geeignet, für Atelier 4 sollte man aber mindestens etwa 1,60 m groß sein und etwas Klettererfahrung mitbringen oder sich mental drauf einlassen können.

 

 

 

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